Konstanzer Studis für Chancengleichheit statt Budgetkürzungen

07.05.2019

Am Freitag, den 03. März sind die Konstanzer Studierenden von HTWG und Universität gemeinsam auf die Straße gegangen um für Bildung für alle zu demonstrieren. Die Studierenden richteten ihre Empörung gegen die wiedereingeführten Studiengebühren und den Vorschlag vom Landesrechnungshof, das Budget für die Studierendenwerke um die Hälfte zu kürzen. Wie und warum erfahrt ihr hier.

Der Landesrechnungshof hat dem Landtag Baden-Württemberg empfohlen die Förderung für Studierendenwerke zu halbieren (Beschlussempfehlung: Denkschrift 16/4919). Die Finanzhilfe des Landes an die Studierendenwerke ist in den letzten zehn Jahren zwar um zehn Prozent gestiegen, jedoch müssen diese auch etwa 40 Prozent mehr Studierende betreuen. Viele Studierende sind jedoch auf die Hilfestellung der Studierendenwerke angewiesen: Mensa, Wohnheime, Bafög-Beratung, psychologische Betreuung und mehr wären davon negativ betroffen.


Das Budget pro Student*in für die Studierendenwerke ist von 2004 bis 2016 von 82 Euro auf 65 Euro pro Kopf gesunken. Durch die Kürzung gäbe es pro Student*in gerade einmal 32 Euro.


„Aus unserer Sicht wäre eine solch drastische Kürzung ein schwerwiegender Rückschritt für die Chancengleichheit im Bildungssystem. Denn als nicht gewinnorientierte arbeitende Dienstleister können wir Studierendenwerke unseren sozialen Auftrag ohne eine solide Finanzierung nicht ausreichend erfüllen.“ – Helmut Baumgartl, Geschäftsführer von Seezeit Studierendenwerk Bodensee.


Die Studierenden stärken ihren Studierendenwerken den Rücken. Denn bei den Budgetkürzungen geht es nicht nur um das teurer werdende Mensaessen, sondern um Existenzen: Wohnplatz ist – gerade in Konstanz – sehr teuer. Überfüllte und zu renovierende Wohnheime schreien nach einer Erhöhung des Budgets, nicht nach einer Halbierung. Die Budgetkürzung hätte außerdem eine Einschränkung der Sozialberatung und der psychologischen Beratungsstelle zur Folge. Diese Anlaufstellen sind für sozial benachteiligte oder psychisch belastete Studis oft essentiell – doch der Landesrechnungshof empfiehlt, sie kostenpflichtig zu machen. Das Geld bei denen zu holen, die extra zur Beratung müssen, weil sie kein Geld haben oder psychologische Beratung benötigen, wird vom Landesrechnungshof befürwortet. Die Vertreter*innen der Studierenden betrachten diesen Vorschlag allerdings dagegen sehr kritisch, da die Budgetkürzungen Rückschritte bei der
Chancengleichheit des Bildungssystems erkennen lassen. Die Studierenden werden in ihrem Anliegen sowohl von der Rektorin der Universität Konstanz, Kerstin Krieglstein, als auch vom Präsidenten der HTWG Konstanz, Carsten Manz, unterstützt.


Studieren soll kein Luxus sein, den man sich leisten können muss. Die Konstanzer Studierenden betonen, dass das Geld an die Studierendenwerke dem sozialen Zweck der Chancengleichheit für Studierende zukommt. Die Studierendenvertreter sprechen sich deshalb gegen die Kürzung des Budgets für Studierendenwerke in ganz Baden-Württemberg aus, genauso wie die Studierenden auch Studiengebühren für Zweitstudierende und Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland weiterhin ablehnen.

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